Markisen Montage nach der neuen CE-Norm DIN-EN 13561

Wer eine Markise – mit oder ohne Montage – kauft, sollte zumindest die Grundlagen der Befestigung kennen. Hier möchten wir Ihnen alle wichtigen Informationen zu den Grundlagen der Markisenbefestigung und der kompletten Selbstmontage geben, damit Sie Ihre Markise problemlos selbst befestigen können.

Die CE-Normung und die Prüfungsrichtlinien für Markisen und deren Montage vom 01. März 2006

Mit der Norm DIN EN 13561 haben alle großen Hersteller von Markisen eine EU-weite Regelung zu Markisen und deren Montage erarbeitet. Bereits im Jahre 1992 setzten sich die führenden Hersteller zusammen und begannen mit der Ausarbeitung einer solchen Regelung, die im Jahr 2005 beschlossen und am 01. März 2006 für alle Markisenhersteller, wie auch die Markisenmonteure gültig wurde. Dabei wurden viele Dinge besprochen, ausgearbeitet und beschlossen, da es immer wieder zu Unstimmigkeiten kam. Denn oftmals wusste der Monteur nicht wirklich, inwieweit er dafür haftet, wenn die Markise nach ein paar Tagen oder Wochen einfach wieder abfiel und wer für die Kosten aufkommt. Dies hat seit dem Jahr 2006 ein Ende und es ist genau geregelt, wer für welche Schäden haftet.

Weiterhin wird durch die Wärmedämmung der Fassaden die Materialdichte geringer, was sich natürlich auf die Zugfestigkeit und die Befestigung niederschlägt. Auch diese wurde beispielsweise geregelt und kann so nun ganz eindeutig nachgelesen und zugeordnet werden, damit es zu keinen Unstimmigkeiten mehr kommt.

Eine wichtige Entscheidung dabei war allerdings vor allem die Regelung, bis zu welcher Windstärke die Markise ausgefahren sein kann und ab wann sie eingeholt werden muss. Denn gerade in diesem Bereich gab es die unterschiedlichsten Werte und am Ende wusste keiner wirklich Bescheid, da es in keinerlei Orientierung zu den Windklassen gab. Außerdem ist in dieser Norm geregelt, inwieweit man den Monteur oder auch den Lieferant und den Hersteller der Markise in Haftung nehmen kann. Durch die schwammigen Angaben wurden die letzten Jahre vor der Regelung oftmals keine Schrauben und Dübel mehr mit der Markise geliefert, da jede Fassade anders aufgebaut ist und es keine Einheitsschrauben oder –dübel für die entsprechenden Hauswände gab. Außerdem schützen die Hersteller sich so vor Regressansprüchen, wenn die Stabilität der Markise durch falsche Dübel beeinträchtigt wurde. Bevor man Haftungsansprüchen ausgesetzt war, wurde daher einfach kein Befestigungsmaterial mehr mitgeliefert. Dies hatte mit den Richtlinien von 2006 aber ein Ende und die Hersteller und Lieferanten schickten von nun an auch wieder Befestigungsmaterial mit der Markise.

Die einzelnen Windklassen

Die Einteilung in die verschiedenen Windklassen war mitunter der erste Schritt, denn die Hersteller machten, um eine Klassifizierung der Windstärken festzulegen. Denn nur so konnten die Markisen entsprechend getestet und geprüft und einer entsprechenden Windklasse eingeteilt werden. Dabei wurde auch festgelegt, dass jede Muster-Markise, die geprüft wurde, für einen Zeitraum von 10 Jahren aufbewahrt werden muss, sollte es zu Kontrollen kommen. Durch die Prüfung einer Markise, zur Klassifizierung der Windstärke, erhält die Markise dann sogenannte CE-Prüfzeichen.

Und so sind die Windklassen definiert:

Windklasse 0:
Nach der DIN EN 13561 entspricht die Windklasse 0 einer nicht gemessenen Leistung oder auch einem Produkt, das den Standards der Windklasse 1 nicht entsprechen kann.

Windklasse 1:
Bei der Windklasse 1 darf die Markise bei einer mäßigen Briese oder mäßigem Wind, bis Windstärke 4 ausgefahren bleiben. Eine mäßige Briese wird definiert, dass sich dünne Äste bewegen und loses Papier fliegen kann. Windstärke 4, also Windklasse 1 entspricht einer Windgeschwindigkeit von ungefähr 20 bis 27 km/Stunde oder 5,5 bis 7,5 ms/s.

Windklasse 2:
Bei der Windklasse 2 ist es zulässig, die Markise bis zur Windstärke 5 ausgefahren zu lassen. Dabei wird die Windklasse 2 so definiert, dass eine frische Briese bzw. ein frischer Wind weht, der kleine Laubbäume zum schwanken bringt oder dass sich Schaumkronen auf Seen bilden können. Windstärke 5, also Windklasse 2 entspricht Windgeschwindigkeiten von circa 29 bis 38 km/Stunde oder 8,1 bis 10,5 m/s.

Windklasse 3:
Bei der Windklasse 3 ist es möglich, die Markise bis Windstärke 6 nicht einzufahren. Windstärke 6 wird mit einem starken Wind definiert, in dem starke Äste zu schwanken beginnen und es nur noch schwer möglich ist, Regenschirme zu halten. Windstärke 6, also Windklasse 3 entspricht einer Windgeschwindigkeit von etwa 39 bis 49 km/Stunde oder 10,8 bis 13,6 m/s.

Dabei wurde aber auch die Übertragbarkeit der Markisen auf die Montage festgelegt. Dies heißt, dass die Windstärken somit auch für die Befestigung gelten und diese bei den oben genannten Windstärken bzw. Windklassen standhalten muss. Anhand des Ausfall- und Eigengewichts der Markise wie auch der Parameter Breite kann der entsprechende Dübelauszugswert berechnet werden. Außerdem ist es möglich, mit den obigen Angaben über den Dübelhersteller die richtigen Dübel zu beziehen. Um dabei die richtigen Dübel für eine normgerechte Montage zu erhalten, müssen seit der Regelung 2006 folgende Punkte geklärt werden:

  • Hat die Markise bzw. der Markisenlieferant das wichtige CE-Prüfzeichen?
  • In welche Windklasse ist die Markise eingestuft und gibt der Hersteller auch eine Gewährleistung?
  • Welche Auszugswerte für die Dübel sind für die Windklasse und den Montageuntergrund notwendig?
  • Die richtige Auswahl der entsprechenden Dübel und des Befestigungsmaterials

Wie kann man sich mit oben genannten Punkten absichern?

Wichtig ist dabei vor allem, dass man darauf achtet, dass der Hersteller bzw. der Lieferant der Markise ein Windklasse mit dem entsprechenden CE-Prüfzeichen angegeben hat. Sind keinerlei Angaben gemacht, werden in der Regel immer die Werte verwendet, die bei einem Beton Montagegrund angegeben wurden. Allerdings sind gerade die Windklassen besonders wichtig und schließen auf Qualität. Eine hochwertige Markise ist mit der Windklasse 2 angegeben, wenn sie auf einem druckfesten Untergrund, wie Beton, montiert wird.

Alle unsere Markisen haben auch bei Windklasse 3 keinen Schaden davongetragen. Dennoch möchten wir für diese Windklasse keine Gewährleistung aussprechen, da gerade bei Windklasse 3 extreme Kräfte auftreten, die nicht nur erhebliche Gefahren für Personen sein können, sondern auch die Statik des Gebäudes durch die auftretenden Kräfte beschädigt werden kann.

VORSICHT: Gibt der Hersteller keinerlei Angaben an oder kann das CE-Prüfzeichen nicht nachweisen, sollte man die Finger von den Markisen lassen. Denn meist sind dies billige Importe auch Polen oder China!

Ebenso werden seriöse Markisenhersteller auch die entsprechenden Dübelauszugswerte liefern und dabei auch gleichzeitig einen Vorschlag geben, welche Dübel für die Markise ideal sind. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass diese Angaben nur genau sein können, wenn man den entsprechenden Befestigungsgrund bei der Bestellung angibt. Doch genau hier gibt es dann wieder ein Problem. Denn wer stellt fest, welcher Montageuntergrund die Fassade hat und wer kann den Festigkeitswert klar definieren? Denn nur so kann diese Norm eigentlich exakt umgesetzt werden. Am besten man erkundigt sich bei Vermieter, ob er den Festigkeitswert der Fassade angeben kann oder man holt einen Fachmann zur Hilfe.

Allerdings ist auch hierbei Vorsicht geboten. Denn verlangt ein Markisenhersteller oder –lieferant keine Angaben zum Montageuntergrund und nennt Ihnen einen Montage-Pauschalpreis, ist wahrscheinlich keine Fachkompetenz gegeben und man sollte die Finger davon lassen. Selbst wenn die Monteure mit langjähriger Erfahrung werben, heißt dies noch lange nicht, dass sie sich auch die vorgegebenen Regelungen halten.

Auch auf diese Punkte sollte man beim Markisenkauf achten!

Gehen Sie in ein Geschäft vor Ort, werden Sie schnell erkennen, ob der Verkäufer nur mit „den besten Markisen weit und breit“ wirbt oder ob er wirklich Ahnung davon hat. Ein Verkäufer muss sich mit der CE-Norm auskennen und Ihnen entsprechende Fragen nach dem Montageuntergrund machen. Dies gilt natürlich auch beim Onlinekauf einer Markise. Denn gerade Markisenhersteller oder –lieferanten bieten dem Kunde Beratungsgespräche an, bei denen Sie schnell merken werden, ob der Mitarbeiter fachlich kompetent ist oder an Ihnen nur den schnellen Euro verdienen möchte.

In der Regel sind alle hochwertigen Markisen mit dem CE-Prüfzeichen der Windklasse 2 ausgestattet und somit in der Stabilität gleich. Das Entscheidende dabei ist meist nur der Preis. Jede geprüfte Markise hat einen entsprechenden Prüf-Aufkleber, an dem Sie ganz klar erkennen können, welche Windklasse die Markise hat. Auch bei der Montage muss der Monteur der Markise dokumentieren welche Zuglasten berechnet wurden und wie die genaue Bezeichnung der Dübel ist.

Wenn Sie die Markise selbst montieren möchten

Immer häufiger kommt es vor, dass die Markise selbst montiert wird. Aber auch das ist kein Problem, wenn man sich an einige wichtige Punkte hält. Haben Sie auch entschieden, dass Sie die Markise selbst montieren, lassen Sie sich vom Hersteller oder vom Lieferanten der Markise die erforderlichen Dübelauszugswerte berechnen. Gleichzeitig wird Ihnen der Markisenlieferant auch eine Empfehlung aussprechen, welche Dübel Sie benutzen sollten. Weiterhin erhalten Sie die Montagekonsolen, die Sie benötigen direkt bei der Lieferung zur Markise. Dabei wird der Lieferant die Anzahl, wie auch die Beschaffenheit dieser Montagekonsolen selbstverständlich an den Montageuntergrund und die Dübel anpassen.

Ein seriöser Markisenlieferant wird Ihnen genau berechnen was Sie für die Montage benötigen und Ihnen auch Empfehlungen aussprechen. Er wird dabei die Größe der Markise, den Montageuntergrund und die Windklasse einbeziehen und auch die Empfehlung entsprechend dokumentieren.

Haben Sie eine Empfehlung erhalten, können über diese Dübelauszugswerte die bestens geeigneten Dübel bei den Dübelherstellern bestellt werden. Liegen keine genauen Festigkeitswerte vor, kann man mit einer Probebohrung schnell selbst bestimmen, welcher Montageuntergrund vorhanden ist. Hier eine kleine Tabelle, welche Werte bei der Dübelauswahl zugrunde liegen:

Beton Beton B25, C20/C25
Vollstein Ziegel Mauerziegel MZ12
Vollstein Kalksandstein KS12
Lochstein Ziegel Hochlochziegel HLZ12
Lochstein Kalksandstein KSL12
Porenbeton/Gasbeton Porenbeton PB2

 

Dabei ist allerdings zu bedenken, dass die Deckenmontage die Zugzone ist und die Wandmontage die Druckzone.

Die Norm kann nicht immer zu 100 Prozent umgesetzt werden, da sonst an der Fassade Dübelauszugstests durchgeführt werden müssten. Dabei wird vorgeschrieben, dass mindestens 12 Dübel gesetzt werden müssten, die die 1,3 fache Zugkraft, die vorgeschrieben ist, belasten werden. Dabei ist dies gerade für die private Anwendung fast unmöglich, da die Kosten, die bei den Tests entstehen, für den privaten Rahmen viel zu hoch wären.

Besser und günstiger fahren Sie mit den führenden Dübelherstellern, wie etwa Würth, Fischer und Hilti. Diese liefern neben den Dübeln auch umfangreiche Informationen, Anleitungen zur Montage, Dokumentationen wie auch Zulassungen. Werden dabei die Setzanweisungen wie auch die Zulassungswerte beachtet und eingehalten, werden auch Sie die Markise fachgerecht und sicher anbringen können.

Wie montiere ich eine Markise?

Im folgenden Video erhalten Sie alle Infos zur Montage einer Markise an der Wand.

Markisen Montage
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